Ein Hörsaal der Superlative

Die altehrwürdige Universität bekommt einen neuen, hochmodernen Hörsaal unter anderem mit Horizontallamellen, multimedialem Equipment und neuer Bestuhlung. Das ist die erste Neuerung seit fünf Jahren auf dem großen, weitläufigen Campus. Davor wurden Wege ausgebessert und alle Zugänge, die den Studenten zur Verfügung stehen, rollstuhlgerecht umgebaut beziehungsweise alternative Lösungen angeboten.

hoersaal

Aber dieses Mal wird nun komplett neue Techniken und Innovationen verbaut. Innenarchitekten haben ein Konzept für eine funktionelle Nutzung unter Erfüllung optischer Kriterien erstellt. Lamellen horizontal anbringen führt zum Beispiel dazu, dass nur erwünschte Sonneneinstrahlung einfallen kann. Die optimale Einstellung wählt der Computer selbst aus, sodass der Professor sich ausschließlich auf die Vorlesung konzentrieren kann und neben bei nicht die Horizontallamellen positionieren muss. Die richtige Kippstellung der Lamellen errechnet sich somit aus der Helligkeit im Raum und der externen Lichtquelle. Mit diesen Jalousien mit Horizontallamellen aus Alu, die es beim Fachhändler gibt, können sogar sehr große Glasfassaden bestückt werden, das Innere des Raumes kann fast vollständig abgedunkelt werden.

Ein neues Lautsprechersystem sowie Induktionsschleifen sind zwei weitere Neuerungen auf dem Gebiet der neuen Medien. Hörgeräteträger können per Funk den Kanal auswählen, mit dem das Mikrofon des Vortragenden verbunden ist. Wortmeldungen aus dem Publikum werden in stationäre Mikrofone gesprochen und ebenfalls transportiert. Studenten mit Sehbeeinträchtigungen können Präsentationen vergrößert an speziellen Plätzen verfolgen. Lamellen horizontal anbringen macht somit schon deshalb Sinn, da sehbehinderte Studenten bessere Sichtverhältnisse vorfinden werden.

Als letzten Schliff bekam der Hörsaal ergonomisch geformte Stühle. Nach der Fertigstellung ist der Saal für Veranstaltungen permanent in Benutzung und hat sich bereits jetzt schon ausgezahlt, in Form des positiven Images.

 

Unser Uni-Gelände, eine Schande!

Unsere Universität zu H. ist wirklich alt und ehrwürdig. Der Name und ihr Ruf sehr gut, nicht nur in Deutschland und den angrenzenden europäischen Nachbarländern, sondern auch im Ausland. Vor allem aus Japan und China strömen die Studenten nur so herbei.

Das neue Highlight an der Uni sind die gerade einmal zwei Wochen alten Horizontallamellen (weitläufig bekannt als Jalousien), die am größten aller Hörsäle angebracht worden sind. Jetzt kann man das Geschehen während einer Vorlesung ganz ungestört und blendfrei verfolgen. Das muss man sich einmal vorstellen, die Uni H. hatte bis vor zwei Wochen kaum einen gescheiten Sonnenschutz vorzuweisen, an keinem der Hörsäle! Immer wenn die Sonne in den Saal geschienen hat, dann konnte der Professor oder der Lehrbeauftragte seine Powerpoint bzw. Präsentation komplett vergessen. Unglaublich. Und dagegen hat niemand etwas unternommen, zumal das Aushängeschild der neue Studiengang Innenraumarchitektur werden soll.

Überhaupt ist der Campus nicht besonders ansehnlich. Ich prangere jetzt noch nicht einmal die teilweise sehr alte Ausstattung und die Unterrichtsmedien an, geschweige denn die dringend ausbesserungsbedürftigen Gardinenstangen aus Messing wo wir oft Angst bekammen das diese uns auf die Köpfe fällen. Da ist viel Kreativität gefragt, bei Professoren und Studenten. Allein schon das Gelände ist sehr unangemessen, für das restliche Image der Stadt: unkompliziert, aufgeschlossen und weltgewandt. Rollstuhlfahrer haben es bei Regen und Schnee besonders schwer. Die Wege werden weich und unpassierbar. Manche Türen lassen sich nur nach außen öffnen, sodass die Rollstuhlfahrer auf einen günstigen Moment warten müssen, um in das Gebäude zu kommen. Lamellen horizontal anbringen, um damit den Unterricht zu ermöglichen, war also hoffentlich der Anfang zu Veränderungen.